Sonntag, 24. Oktober 2010

Halawa selber machen!

Ha-la-was? HALAWA! 
Eine traditionsreiche orientalische Form der natürlichen Epilation, auch bekannt unter Sugaring. In Kurzform: Haarentfernung samt Haarwurzel mit Zuckerpaste
Das Ergebnis hält ca. drei Wochen. Angeblich sollen sogar die Haarwurzeln bei regelmäßiger Anwendung geschwächt werden.


Wird ähnlich wie Heißwachs angewendet, ist dabei aber viiiiel einfacher von sich selbst und den Arbeitsutensilien wieder zu entfernen, und das vor allem nur mit Hilfe von warmen Wasser. 
Halawa gilt als schmerzärmer und schonender für die Haut als das Wachsen. Dabei eignet sich Halawa nicht nur zur Enthaarung der Beine und Achseln, sondern auch für sensiblere Bereiche wie etwa Gesicht oder Bikinizone.


Außerdem kann man die Halawa-Masse ganz ganz einfach (und vor allem günstig) selber herzustellen (kann optional aber auch als fertige Paste z.B. im Body Shop gekauft werden).
Alles was ihr zur Herstellung benötigt sind Wasser, Zucker und Zitronensaft. Dit wars auch schon!


Im folgenden erkläre ich die Herstellung mit Hilfe eines simplen Rezeptes und die Anwendung.

Zubereitung:
Man nehme:
250g Zucker
250ml Wasser
Saft einer halben Zitrone

Alles zusammen  in einem Topf auchkochen. In anderen Anleitungen habe ich gelesen, dass man nur auf ganz niedriger Stufe köcheln lassen soll, aber ich geb immer Vollgas und behalte es einfach gut im Auge. 
Das funktioniert auch :-)
Auch wenn es eine Weile dauert, bis der Zucker zu karamellisieren beginnt, sollte man (gerade am Anfang wenn man es noch nicht einschätzen kann) den Topf nicht unbedingt aus den Augen lassen.


Vorsicht, das Zeug wird verdammt heiß!!! 
Mir hat es mal eine Tupperschale zerschmolzen. Wirklich akute Verbrennungsgefahr!!


Sobald es anfängt, süßlich zu riechen, seid ihr schon mal auf dem richtigen Weg. 
Ruhig hin und wieder mal umrühren (nicht anfassen!) und zwischen dem ganzen Schaum, der sich beim Kochen bildet, einen Blick auf die Flüssigkeit werfen. Ihr werdet feststellen, dass sie sich langsam gelblich verfärbt.


Wichtig: Dann kommt irgendwann der ausschlaggebende Moment, welchen ihr gut abpassen müsst!


Beobachtet während des Kochens aufmerksam den Schaum, er ist anfänglich weiß und es bilden sich auch mal eher größere Blasen.
Sobald aber die Masse goldgelb geworden ist (wie Grafschafter Karamellsirup, find ich) und der Schaum plötzlich auch eher gelblich und ziemlich fein (und weniger hoch) wird, MÜSST IHR DEN TOPF VON DER KOCHSTELLE NEHMEN! 
Wenn es zu lange kocht, habt ihr ziemlich schnell eine rostbraune bis nahezu schwarze Masse in eurem Topf, aus der ihr euren Löffel noch nicht mal mehr herausbekommt. (Topf am Stiel :-b)


Den richtigen Zeitpunkt passt man am einfachsten ab, indem man etwas von der Masse in ein Schälchen mit kaltem Wasser tropfen lässt. Wenn der Tropfen kristallisiert, hat eure Zuckermasse genau die richtige Konsistenz. Wenn nicht lässt man es einfach noch ein wenig weiterkochen. Erfahrungsgemäß dauert es bei mir auf voller Power ca. 15-20 Minuten bis es fertig ist.
Schon abgekühltes und relativ zähes Halawa - so verwendetet verursacht es keine Brandblasen
Jetzt erstmal abkühlen lassen, sonst könnt ihr neben euren Haaren eure Haut gleich noch mit entfernen!
Ich fülle die Zuckermasse immer in eine Glas-Auflaufform und stelle sie dann in ein Wasserbad.
Hin und wieder umrühren. Vorsicht, der Schein kann trügen: auch wenn der obere Bereich schon abgekühlt wirkt, ist die Masse im unteren Bereich wahrscheinlich noch sehr heiß! Also rühren und warten.


Anwendung:
Sobald die Temperatur hautverträglich ist (unbedingt auf dem Handrücken testen!), kann man mit der Enthaarung beginnen:


Die Haut muss sauber, fettfrei und trocken sein, d.h. vorher nicht eincremen/einölen. Sonst hält die Zuckerpaste nicht. Optional kann man auch unmittelbar vorm Auftragen Körperpuder benutzen. Ist meines Erachtens nicht notwendig, aber das muss ja jeder für sich selbst rausfinden.


Aufgetragen wird das (inzwischen ziemlich zähflüssige) Halawa gegen die Haarwuchsrichtung, die Haare sollten übrigens 5-10mm lang sein. Ich verwende einen Teigschaber.(Keine Sorge, es ist nicht der, den ich fürs Kochen oder Backen verwende;-) )


Jetzt zurecht geschnittene Stoffstreifen (ca. 5x10cm) fest andrücken und am besten ein bißchen warten damit die Masse etwas fester wird. Dann mit einem Ruck in Wuchsrichtung abziehen. 
Das wird so oft wie nötig wiederholt. Einzelne hartnäckige Haare können mit der Pinzette gezupft werden.
Es muss relativ zügig gearbeitet werden, sonst wird die Masse zu fest. Falls das passiert, kann man sie in der Mikrowelle wieder verflüssigen. Da reichen schon ca. 30 Sekunden.


Sobald man fertig ist, einfach mit warmen Wasser waschen. So lösen sich alle Rückstände ganz unproblematisch. Auch die Stoffstreifen lassen sich einfach auswaschen, so kann man sie sogar schon während eines Enthaarens  immer wieder verwenden.
Als Alternative zu Stoffstreifen können auch klein geschnittene Einweg-Putztücher verwendet werden, das hat sich für mich als sehr praktisch erwiesen.


Als Nachbehandlung sollte am besten Aloe Vera Gel verwendet werden, damit die Haut sich schnell wieder beruhigt. Gut ist es auch, sich täglich mit einem Luffa-Schwamm abzureiben, damit die nachwachsenden Haare nicht einwachsen.
Man sollte außerdem frisch enthaart nicht Schwimmen, sich Sonnen oder alkoholhaltiges Deo benutzen damit die Haut nicht unnötig gereizt wird.


Ich habe auch davon gelesen dass man übrig gebliebenes Halawa im Kühlschrank aufbewahren kann um es dann wieder zu erhitzen sobald man es das nächste Mal verwenden möchte. Meine Erfahrung hat allerdings gezeigt dass frisch zubereitete Zuckerpaste am besten enthaart.


Falls das Ganze allerdings nichts für euch sein sollte, könnt ihr mit dem Rezept immerhin auch super Bonbons herstellen ;-)

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